Bornaer Stadtjournal

Wenn Bilder Geschichten erzählen

Künstlergruppe ABDUKUS zeigt „Glaubhafte Märchen“ im Amtsgericht Borna

Was ist wahr, was ist inszeniert – und woran glauben wir, wenn wir ein Bild betrachten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Ausstellung „ABDUKUS No. 7: Glaubhafte Märchen“, die derzeit im Amtsgericht Borna zu sehen ist. Die sechsteilige Künstlergruppe setzt sich darin mit dem Spannungsfeld zwischen Authentizität und Manipulation in zeitgenössischen Bildwelten auseinander. Die Ausstellung wurde am 25. August eröffnet und ist noch bis zum 29. Oktober zu sehen.
Astrid Homuth, Beate Nobis, Doreen Grün, Uwe Graalfs, Ute Nussbaum und Sylvia Gatz lernten sich an der Abendakademie der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig kennen. Seit 2023 treten sie regelmäßig mit gemeinsamen Ausstellungen an die Öffentlichkeit. Ihre unterschiedlichen Lebenswege und künstlerischen Erfahrungen haben dabei individuelle Handschriften entstehen lassen. Gleichzeitig stehen gegenseitige Unterstützung, Austausch und die gemeinsame Weiterentwicklung im Mittelpunkt ihrer Arbeit.
Die Zusammenarbeit wirft auch eine grundsätzliche Frage auf: Wie lässt sich künstlerische Eigenständigkeit innerhalb einer Gruppe bewahren oder sogar stärken? ABDUKUS beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld zwischen Individuum und Kollektiv und verbindet dabei künstlerische Praxis mit Austausch und Professionalisierung.
Für die aktuelle Ausstellung haben die Künstlerinnen und Künstler einen Titel gewählt, der besonders gut zum Ausstellungsort passt. Denn auch in einem Gericht spielt die Frage nach der Glaubhaftigkeit eine wichtige Rolle. In der Kunst eröffnet sie dagegen ein komplexes Feld zwischen Wahrnehmung und Interpretation. Wie erzeugen Bilder Vertrauen? Wann wirken sie glaubwürdig – und wann beginnen sie, unsere Wahrnehmung bewusst zu täuschen?
ABDUKUS bewegt sich dabei bewusst zwischen „erlogener Wirklichkeit“ und „unrealer Wahrheit“. Die ausgestellten Arbeiten fordern dazu auf, vertraute Sehgewohnheiten zu hinterfragen und sich auf die Möglichkeiten und Illusionen der Kunst einzulassen. Vielleicht, so der Gedanke hinter der Ausstellung, liegt gerade in der Täuschung ein Stück Wahrheit – oder zumindest die Möglichkeit, die Welt für einen Moment aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
Die Vernissage im Saal 118 des Amtsgerichts wurde musikalisch vom Duo Musicii, Sabine Fichtenau und Bernd Richter, begleitet.
Zu sehen ist die Ausstellung „Glaubhafte Märchen“ noch bis 29. Oktober 2026*im Amtsgericht Borna, Leipziger Straße 67a. Besichtigungen sind während der Öffnungszeiten möglich.
Ein passendes Leitmotiv liefert dabei ein Pablo Picasso zugeschriebener Satz, der auch auf dem Flyer zur Ausstellung zu finden ist: „Kunst ist eine Lüge, die uns die Wahrheit erkennen lässt.“

red

Öffnungszeiten:
montags 9:00 – 12:00 | 13:00 – 15:00 Uhr
dienstags 9:00 – 12:00 | 13:00 – 17:00 Uhr
donnerstags 9:00 – 12:00 | 13:00 – 15:00 Uhr

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