
Aber unsere Mädels hatten die recht klare Heimspielniederlage im September und den großen Punktabstand in der Tabelle aus den Köpfen verbannt, wollten den Spitzenreiter mit dem Elan aus dem Heimsieg gegen Waldgirmes nun in dessen eigener Halle zumindest ärgern : „Am Samstag geht es für uns zu den Roten Raben. Die Bayerinnen verteidigen seit Spieltag 1 ihre Tabellenführung und wollen weiterhin an der Spitze bleiben. Die Chancen dafür stehen gut, jedoch wollen wir frei aufspielen und die Gastgeberinnen ärgern.“.
Kein leichtes Unterfangen nach der sicher anstrengenden Anreise, zumal die Raben auch klarer Zuschauerspitzenreiter in eigener Halle (und auch insgesamt) sind (zu uns diesbezüglich nachfolgend mehr) und mit viel Support von der Tribüne rechnen durften.
Trainer Tim Reichenbach war dennoch vorsichtig optimistisch: "Nach dem tollen Erfolg der Vorwoche und einer anschließend guten Trainingswoche ist die Vorfreude auf das Spiel gegen Vilsbiburg groß. Erinnert man sich an den Ligaauftakt zuhause, gab es zwar ein im Ergebnis deutlich verlorenes Spiel, inhaltlich zeigten wir aber bereits das erste Mal, was in uns steckt und verkauften uns sehr gut. Seitdem hat sich die Mannschaft gut entwickelt und wir hoffen, gegen Vilsbiburg vor allem eine gute Leistung zu zeigen, um sich für die kommenden Spieltage weiter einzustimmen und weiter Selbstvertrauen für die wichtigen Rückrundenspiele zu gewinnen. Und wer weiß - vielleicht wachsen wir ja über uns hinaus und können die Vilsbiburgerinnen ein bisschen ärgern!“
Und genau das gelang zumindest in Satz 1. Man rieb sich im (zumindest anfangs miserablen) Stream doch sehr verwundert die Augen über das, was man da zu sehen bekam, denn bis etwa zur Satzmitte waren unsere Mädels dem Gegner (zumindest) optisch überlegen, denn der fand überhaupt nicht ins Spiel. Erst eine offenbar sehr deutliche „Ansprache“ des Vilsbiburger Trainers (beim 11:15) rüttelte sein Team wach, so dass sich das Blatt langsam wendete. Und ab dem 17:17-Ausgleich ließ unser bis dahin zwingendes Spiel nach und das der Gastgeberinnen wurde stabiler, so dass der Satz leider in Richtung der Gastgeberinnen abbog und nach umkämpften 24 Minuten leider doch noch 19:25 verloren ging. Der Satz 2 verlief dann in etwa so, wie man es von vornherein eigentlich erwarten musste und war nach 18 Minuten mit 13:25 recht schnell vorbei. Der Satz 3 begann ähnlich überlegen von Seiten der Vilsbiburgerinnen, doch unsere Mädels kämpften sich ab der Satzmitte nochmal zurück und lieferten sich mit den Gastgeberinnen erneut ein paar tolle Ballwechsel. So dauerte der Satz fast genau so lange wie der erste und endete mit demselben Ergebnis (23 Minuten/19:25). Die (irgendwie ja schon zu erwartende) drei-Punkte-Niederlage konnte also nicht verhindert werden, doch der Auftritt unserer Mädels konnte sich phasenweise sehen lassen. Vielleicht wäre bei voller Besetzung (Franzi und Nele fehlten) noch etwas mehr Gegenwehr möglich gewesen, aber 28 Punkte Differenz in der Tabelle (vor dem Spiel) müssen ja irgendwie einen Grund haben…
Die Mädels selbst kommentierten nach dem Spiel dann auch : „Das war phasenweise stark, aber Vilsbiburg war eine Liga besser. Den heutigen Tag haken wir ab und richten die Augen auf das kommende Heimspiel gegen Berlin, denn da zählt es !“. Da regt sich bei mir aber schon etwas Widerspruch, denn eine „ganze Liga“ war das dann doch nicht (immer) und einfach nur abhaken würde ich das Spiel gegen den Spitzenreiter auch nicht, denn auch daraus können bestimmt Lehren gezogen werden für Kommendes.
Übrigens: Das Heimspiel zu Saisonbeginn verloren unsere Mädels (nach 62 Minuten) ebenfalls 0:3, aber sie holten da nur 48 kleine Punkte, diesmal 51, schnitten also auswärts besser ab als im September daheim, was ich nicht nur aus rein statistischer Sicht für erwähnenswert halte.
Aus Trainersicht ergab sich das folgende relativierende Fazit des Spiels : „Das Auswärtsspiel gegen Vilsbiburg stand leider unter nicht optimalen Vorzeichen. Einige Spielerinnen mussten in der Trainingswoche gesundheitsbedingt pausieren und mit Franzi und Nele haben zwei Stammkräfte auch am Wochenende noch gefehlt. Hinzu kamen die widrigen Wetterbedingungen bei der Anreise. Umso schöner war es, dass das Team beherzt in den ersten Satz gestartet ist und es mit viel Mut geschafft hat, Vilsbiburg zu überrumpeln. Wir haben uns wie immer gut auf den Gegner vorbereitet und konnten die Leistung bis zum 18:18 im ersten Satz auch ganz gut halten. Umso ärgerlicher ist es, dass wir erneut in der Crunchtime den Faden verloren haben und, wie dann auch im weiteren Verlauf des Spiels, oftmals wieder an uns selbst gescheitert sind. Natürlich hat gegen diesen Gegner niemand einen großen Erfolg erwartet, aber gerade im ersten Satz zeigte das Team mal wieder, was in ihm steckt. Wie schön wäre es gewesen. diese tolle Leistungsentwicklung durch einen Satzgewinn zu bestätigen.“
Da die unmittelbaren Tabellennachbarn Berlin, Dingolfing und Hörde (auch Düsseldorf) ihre Spiele an diesem Wochenende durchweg ohne Punkte verloren haben, ist in der Tabelle (für uns) letztlich alles beim alten geblieben.
Unsere Mädels gingen also eine Woche später als Zwölfte der Tabelle in das ganz wichtige Heim-Rückspiel gegen den Tabellenletzten BBSC Berlin. Ziel musste es mit Blick auf den Klassenerhalt sein, mindestens den 3:1-Sieg im Auswärtsspiel zu wiederholen, also drei Punkte einzufahren.
Die Berlinerinnen hatten vor dem Spiel 8 Punkte weniger als unsere Mädels, bei allerdings auch zwei Spielen weniger. Bisher hatten sie nur ein Spiel (daheim gegen Dingolfing) gewinnen können. Doch ihre zwei Spiele am letzten Wochenende gegen Teams aus der vorderen Tabellenregion hatten sie zwar auch verloren, dabei aber phasenweise gar nicht wie ein „Schlusslicht“ gespielt. Insoweit konnten sie schon irgendwie auf eine erfolgreiche Revanche für die Heimspielniederlage hoffen und man konnte ahnen, dass sie entsprechend selbstbewusst ins Spiel gehen würden. Doch auch unsere Mädels konnten ja auf zwei ansehnliche Jahresauftaktspiele aufbauen.

Natürlich brauchte es wieder eine stimmungsvolle Halle, um unsere Mädels zu pushen. Und die gab es, denn 224 Zuschauer sorgten dafür und machten vergessen, dass vielleicht der eine oder andere Fan und Unterstützer das zeitgleiche Fußball(spitzen)spiel RB Leipzig - Bayern München vorgezogen hatte (und danach sicher schlecht gelaunt war).

In Satz 2 ging es dann recht schnell, klappte auf Markkleeberger Seite fast alles, konnten die Gäste nur in der Satzmitte mal kurz gegenhalten. Und so stand nach nur 21 Minuten der ungefährdete 25:14 Satzgewinn fest, der schon mal einen Punkt aufs Tabellenkonto brachte



Und auch ein zufriedener Trainer : „Was für ein wichtiges Spiel und was für ein wichtiger Sieg. Man hat im Vorfeld schon gemerkt, dass beiden Teams klar war, worum es geht. Die Anspannung war groß, doch nach einer guten Trainingswoche und mit endlich wieder vollem Kader standen die Vorzeichen gut für uns. Lange war das Spiel ein Kopf an Kopf Rennen, doch aus meiner Sicht hat vor allem das Aufschlag - Annahmespiel diesmal den Unterschied gemacht. Besonders erfreulich war aus meiner Sicht, wie oft wir unsere Mittelblocker in Szene setzen konnten, aber am Ende war es eine geschlossene Mannschaftsleistung und ein wichtiger Erfolg, dass wir das Spiel mit 3:0 auch in der Deutlichkeit gewinnen konnten.“

In einer Woche müssen unsere Mädels nun ca. 400 km gen Norden, nämlich nach Stralsund reisen. Gegen die Sparkassen Wildcats Stralsund ist eine Rechnung offen, denn die Mitaufsteigerinnen hatten beim Hinspiel, damals eher etwas überraschend gut aufspielend, drei Punkte aus Markkleeberg entführt (3:1). Inzwischen haben sie sich als sehr starke Aufsteiger gezeigt und daheim sogar den Tabellenführer Vilsbiburg besiegt. Es gab zwar auch ein, zwei „Ausrutscher“, aber ihr vor dem Spiel achter Tabellenplatz mit 11 Punkten Vorsprung auf unsere Volleys ist beachtlich.
Aber mit dem „Aufwind“ der beiden Heimspielsiege zu Jahresbeginn sollte es doch möglich sein, auch am Strelasund den einen oder anderen Punkt zu holen. Die Wildcats waren mit einem klaren Heimsieg und einer ebenso klaren Auswärtsniederlage durchwachsen ins Jahr gestartet, aber in eigener Halle zuletzt sehr erfolgreich, sicher auch wegen der sie antreibenden durchschnittlich 400 Heimspielzuschauer. Aber Im Polster&Pohl-Bus, mit dem unsere Mädels in den hohen Norden fahren werden, sitzen auch wieder einige treue NVM-Fans, die sich immer lautstark gegen das Gastgeberpublikum in Szene setzen. Man darf also gespannt sein, mit welchem Ergebnis die Heimreise angetreten wird.
Insgesamt war das Wochenende für die Neuseenland-Volleyballerinnen sehr erfolgreich. Z.B. gewannen die Reinker Neuseenland-Volleys (Damen 2) ihr Heimspiel (Vorspiel der Damen 1) nach einem „verschenkten“ ersten Satz doch noch klar mit 3:1 gegen Sonneberg. Sie nahmen damit erfolgreich Revanche für die 3:2-Auswärtsniederlage vor Jahreswechsel und verteidigten die Tabellenspitze in der Regionalliga Ost der Frauen. Auch die 1. Männermannschaft gestaltete ihren Heimspieltag erfolgreich, gewann beide Heimspiele am Sonntag mit 3:1 und behauptete so den zweiten Tabellenplatz in der Sachsenliga. Die 3. Männermannschaft gewann ihr Auswärtsspiel bei den LE Volleys IV und blieb an der Tabellenspitze der Bezirksliga Leipzig. So oder wenigstens so ähnlich darf es gern weitergehen!
Abschließend noch eine wichtige Information: Das Auswärtsspiel der Neuseenlandvolleys in Grimma findet am Sonntag, dem 15. März 2026 um 15.00 Uhr in der Muldentalhalle statt, nicht am Samstagabend.
Rainer Leipnitz, Fotos: bw