Markkleeberger Stadtjournal

Sieg und Niederlage für Neuseenland-Volleys Markkleeberg

Keine Punkte beim Tabellenführer aber wichtige drei gegen das „Schlusslicht“

Nach dem sehr erfreulichen Auftaktsieg gegen Waldgirmes ging es für unsere Neuseenland-Volleys am 10. Januar 2026 auf die wegen der Wetterkapriolen zusätzlich anspruchsvolle 400-km-Reise nach Bayern zum ersten Auswärtsspiel des Jahres bei den aktuell unangefochten die Ligatabelle anführenden und insoweit natürlich hoch favorisierten Roten Raben Vilsbiburg.

Aber unsere Mädels hatten die recht klare Heimspielniederlage im September und den großen Punktabstand in der Tabelle aus den Köpfen verbannt, wollten den Spitzenreiter mit dem Elan aus dem Heimsieg gegen Waldgirmes nun in dessen eigener Halle zumindest ärgern : „Am Samstag geht es für uns zu den Roten Raben. Die Bayerinnen verteidigen seit Spieltag 1 ihre Tabellenführung und wollen weiterhin an der Spitze bleiben. Die Chancen dafür stehen gut, jedoch wollen wir frei aufspielen und die Gastgeberinnen ärgern.“.

Kein leichtes Unterfangen nach der sicher anstrengenden Anreise, zumal die Raben auch klarer Zuschauerspitzenreiter in eigener Halle (und auch insgesamt) sind (zu uns diesbezüglich nachfolgend mehr) und mit viel Support von der Tribüne rechnen durften.

Trainer Tim Reichenbach war dennoch vorsichtig optimistisch: "Nach dem tollen Erfolg der Vorwoche und einer anschließend guten Trainingswoche ist die Vorfreude auf das Spiel gegen Vilsbiburg groß. Erinnert man sich an den Ligaauftakt zuhause, gab es zwar ein im Ergebnis deutlich verlorenes Spiel, inhaltlich zeigten wir aber bereits das erste Mal, was in uns steckt und verkauften uns sehr gut. Seitdem hat sich die Mannschaft gut entwickelt und wir hoffen, gegen Vilsbiburg vor allem eine gute Leistung zu zeigen, um sich für die kommenden Spieltage weiter einzustimmen und weiter Selbstvertrauen für die wichtigen Rückrundenspiele zu gewinnen. Und wer weiß - vielleicht wachsen wir ja über uns hinaus und können die Vilsbiburgerinnen ein bisschen ärgern!“

Und genau das gelang zumindest in Satz 1. Man rieb sich im (zumindest anfangs miserablen) Stream doch sehr verwundert die Augen über das, was man da zu sehen bekam, denn bis etwa zur Satzmitte waren unsere Mädels dem Gegner (zumindest) optisch überlegen, denn der fand überhaupt nicht ins Spiel. Erst eine offenbar sehr deutliche „Ansprache“ des Vilsbiburger Trainers (beim 11:15) rüttelte sein Team wach, so dass sich das Blatt langsam wendete. Und ab dem 17:17-Ausgleich ließ unser bis dahin zwingendes Spiel nach und das der Gastgeberinnen wurde stabiler, so dass der Satz leider in Richtung der Gastgeberinnen abbog und nach umkämpften 24 Minuten leider doch noch 19:25 verloren ging. Der Satz 2 verlief dann in etwa so, wie man es von vornherein eigentlich erwarten musste und war nach 18 Minuten mit 13:25 recht schnell vorbei. Der Satz 3 begann ähnlich überlegen von Seiten der Vilsbiburgerinnen, doch unsere Mädels kämpften sich ab der Satzmitte nochmal zurück und lieferten sich mit den Gastgeberinnen erneut ein paar tolle Ballwechsel. So dauerte der Satz fast genau so lange wie der erste und endete mit demselben Ergebnis (23 Minuten/19:25). Die (irgendwie ja schon zu erwartende) drei-Punkte-Niederlage konnte also nicht verhindert werden, doch der Auftritt unserer Mädels konnte sich phasenweise sehen lassen. Vielleicht wäre bei voller Besetzung (Franzi und Nele fehlten) noch etwas mehr Gegenwehr möglich gewesen, aber 28 Punkte Differenz in der Tabelle (vor dem Spiel) müssen ja irgendwie einen Grund haben…

Die Mädels selbst kommentierten nach dem Spiel dann auch : „Das war phasenweise stark, aber Vilsbiburg war eine Liga besser. Den heutigen Tag haken wir ab und richten die Augen auf das kommende Heimspiel gegen Berlin, denn da zählt es !“. Da regt sich bei mir aber schon etwas Widerspruch, denn eine „ganze Liga“ war das dann doch nicht (immer) und einfach nur abhaken würde ich das Spiel gegen den Spitzenreiter auch nicht, denn auch daraus können bestimmt Lehren gezogen werden für Kommendes.

Übrigens: Das Heimspiel zu Saisonbeginn verloren unsere Mädels (nach 62 Minuten) ebenfalls 0:3, aber sie holten da nur 48 kleine Punkte, diesmal 51, schnitten also auswärts besser ab als im September daheim, was ich nicht nur aus rein statistischer Sicht für erwähnenswert halte.

Aus Trainersicht ergab sich das folgende relativierende Fazit des Spiels : „Das Auswärtsspiel gegen Vilsbiburg stand leider unter nicht optimalen Vorzeichen. Einige Spielerinnen mussten in der Trainingswoche gesundheitsbedingt pausieren und mit Franzi und Nele haben zwei Stammkräfte auch am Wochenende noch gefehlt. Hinzu kamen die widrigen Wetterbedingungen bei der Anreise. Umso schöner war es, dass das Team beherzt in den ersten Satz gestartet ist und es mit viel Mut geschafft hat, Vilsbiburg zu überrumpeln. Wir haben uns wie immer gut auf den Gegner vorbereitet und konnten die Leistung bis zum 18:18 im ersten Satz auch ganz gut halten. Umso ärgerlicher ist es, dass wir erneut in der Crunchtime den Faden verloren haben und, wie dann auch im weiteren Verlauf des Spiels, oftmals wieder an uns selbst gescheitert sind. Natürlich hat gegen diesen Gegner niemand einen großen Erfolg erwartet, aber gerade im ersten Satz zeigte das Team mal wieder, was in ihm steckt. Wie schön wäre es gewesen. diese tolle Leistungsentwicklung durch einen Satzgewinn zu bestätigen.“

Da die unmittelbaren Tabellennachbarn Berlin, Dingolfing und Hörde (auch Düsseldorf) ihre Spiele an diesem Wochenende durchweg ohne Punkte verloren haben, ist in der Tabelle (für uns) letztlich alles beim alten geblieben.

Unsere Mädels gingen also eine Woche später als Zwölfte der Tabelle in das ganz wichtige Heim-Rückspiel gegen den Tabellenletzten BBSC Berlin. Ziel musste es mit Blick auf den Klassenerhalt sein, mindestens den 3:1-Sieg im Auswärtsspiel zu wiederholen, also drei Punkte einzufahren.

Die Berlinerinnen hatten vor dem Spiel 8 Punkte weniger als unsere Mädels, bei allerdings auch zwei Spielen weniger. Bisher hatten sie nur ein Spiel (daheim gegen Dingolfing) gewinnen können. Doch ihre zwei Spiele am letzten Wochenende gegen Teams aus der vorderen Tabellenregion hatten sie zwar auch verloren, dabei aber phasenweise gar nicht wie ein „Schlusslicht“ gespielt. Insoweit konnten sie schon irgendwie auf eine erfolgreiche Revanche für die Heimspielniederlage hoffen und man konnte ahnen, dass sie entsprechend selbstbewusst ins Spiel gehen würden. Doch auch unsere Mädels konnten ja auf zwei ansehnliche Jahresauftaktspiele aufbauen.

Heimspiel gegen Berlin

Dass das „Sechs-Punkte-Spiel“ von größter Bedeutung ist, war dem Team und Trainer Tim Reichenbach natürlich bewusst: "Do or die" heißt es am Wochenende das erste Mal im Rückspiel gegen den BBSC Berlin. Vom aktuellen Tabellenletzten trennen uns nur acht Punkte, und alle Teams, die sich in der Abstiegszone befinden, wissen, dass spätestens jetzt im Rückspiel ein Erfolg her muss, wenn man die Chance auf den Klassenerhalt am Leben halten will. Trotz des spürbaren Drucks vor der anstehenden Aufgabe war die vergangene Woche von viel Selbstbewusstsein geprägt, nicht zuletzt durch den Heimspielerfolg gegen Waldgirmes, aber auch, weil mit der Rückkehr von Nele und Franzi ins Training endlich wieder mit vollem Kader trainiert werden konnte. Das Team hat oft genug aufblitzen lassen, was in Ihm steckt, jetzt gilt es genau das in den anstehenden k.o. Spielen abzurufen.“

Natürlich brauchte es wieder eine stimmungsvolle Halle, um unsere Mädels zu pushen. Und die gab es, denn 224 Zuschauer sorgten dafür und machten vergessen, dass vielleicht der eine oder andere Fan und Unterstützer das zeitgleiche Fußball(spitzen)spiel RB Leipzig - Bayern München vorgezogen hatte (und danach sicher schlecht gelaunt war).

In Satz 1 lagen unsere Mädels bis zum 12:12 ständig knapp in Führung, doch ab dem 13:13 machten das die Berlinerinnen und bauten die Führung bis zum fast schon vorentscheidenden 23:20 aus. Da merkte man unseren Damen doch irgendwie an, dass ihnen die allgegenwärtige Erwartung von drei Punkten im Kopf rumging. Doch diesmal gelang es ihnen erfreulicherweise, in der Crunchtime erfolgreich zu sein. So schafften sie dank guter Aufgaben und beherzter Angriffe den 23:23-Ausgleich und gewannen den umkämpften Satz nach 28 Minuten mit 25:23 dann doch noch. Großes Aufatmen bei Team, Trainern und Fans.

In Satz 2 ging es dann recht schnell, klappte auf Markkleeberger Seite fast alles, konnten die Gäste nur in der Satzmitte mal kurz gegenhalten. Und so stand nach nur 21 Minuten der ungefährdete 25:14 Satzgewinn fest, der schon mal einen Punkt aufs Tabellenkonto brachte

In der auf zehn Minuten verlängerten nun folgenden Satzpause gab es eine kleine Talkrunde, in der sich Jan Benzien, früherer Olympiateilnehmer im Kanuslalom und Vorstandsmitglied des „Gold for Olympia e.V.“, Oberbürgermeister Karsten Schütze und meine Wenigkeit, beide Mitglied des Vereins und somit aktive Unterstützer der Olympiabewerbung, den Fragen von Hallensprecher Thomas Michael zum Thema Olympiabewerbung von Berlin mit dem + Leipzig und dem ++ Markkleeberg stellten. Dass dies gerade an dem Tag erfolgte, hatte was mit dem Gegner aus Berlin zu tun, der sich allerdings der Talkrunde nicht anschließen wollte. Vielleicht auch ein Zeichen dafür, dass das Thema der gemeinsamen Olympiabewerbung in der Hauptstadt noch nicht so recht angekommen zu sein scheint, wie Jan Benzien mit Bedauern feststellte. Aber noch ist Zeit, auch in Berlin die in Leipzig schon gegebene Zustimmung zur Bewerbung zu erzeugen, denn ohne die wird es wohl nicht gelingen, im Wettstreit der vier Bewerber für die deutsche Olympiabewerbung erfolgreich zu sein. Wenn aber Berlin im Herbst den Zuschlag des DOSB erhalten würde, würden die Kanuslalomwettbewerbe in unserer Anlage am Markkleeberger See ausgetragen. Die ist zwar jetzt schon international tauglich, würde dann aber sicher auf neuesten Standard gebracht werden können, wie Karsten Schütze feststellte. Olympische Spiele und Erfolge unserer Spitzensportler schaffen Vorbilder und Anreize, fördern so die Begeisterung für den Sport, der eine wichtige Rolle für die Persönlichkeitsentwicklung unserer Jugend spielt, worum sich wiederum die 24 Markkleeberger Sportvereine bemühen, wie ich ausführen konnte. Und es entstehen Sportanlagen bzw. bestehende werden modernisiert, die nach den Spielen einer breiten Nutzung durch die Sportvereine zur Verfügung stehen. Wenn die Berliner/Leipziger/Markkleeberger Bewerbung erfolgreich wäre, würden auch Wettkämpfe in einigen anderen Sportarten nach Leipzig und das Umland kommen, so vielleicht auch Ballsportwettbewerbe (Arenaerweiterung und Ballspielhallenneubau). Und da werden auch Trainingshallen für die Teams in der Stadt und dem Umland gebraucht. Also (vielleicht) auch bei uns. Und das wiederum erhöht die Chance auf die ersehnte, aktuell aber leider nicht finanzierbare, Vierfeldhalle.

Nach diesem hoffentlich motivierenden „Olympia-Break“ (der leider im Stream unter immensen Tonproblemen litt) ging es mit Satz 3 des Spiels weiter. Der war wieder ähnlich umkämpft wie der erste. Bei 9:8 konnten unsere Mädels dann erstmals in Führung gehen und gaben diese, abgesehen vom Ausgleich bei 11:11 und 12:12 nicht mehr ab. Der erfolgreiche Block zum Matchball, der den 25:22-Satz- und 3:0-Spielgewinn besiegelte, ging unter im Jubel von Team und Fans. Pflichtaufgabe mit dem einen oder anderen kleinen „Wackler“ gemeistert – „6-Punkte-Sieg“ eingefahren, Abstand zu einem Team aus dem hinteren Tabellendrittel vergrößert. Klasse!

Nach dem Spiel glückliche Gesichter und verdienter Jubel, Glückwunsch an unsere goldene MVP Emily Langguth (Nr. 8) und wie immer der Gruß an Alexandra (Nr. 1), der es zunehmend besser geht, wie wir erfreulicherweise hören, und der wir natürlich weitere gute Besserung von hier aus wünschen.

Und auch ein zufriedener Trainer : „Was für ein wichtiges Spiel und was für ein wichtiger Sieg. Man hat im Vorfeld schon gemerkt, dass beiden Teams klar war, worum es geht. Die Anspannung war groß, doch nach einer guten Trainingswoche und mit endlich wieder vollem Kader standen die Vorzeichen gut für uns. Lange war das Spiel ein Kopf an Kopf Rennen, doch aus meiner Sicht hat vor allem das Aufschlag - Annahmespiel diesmal den Unterschied gemacht. Besonders erfreulich war aus meiner Sicht, wie oft wir unsere Mittelblocker in Szene setzen konnten, aber am Ende war es eine geschlossene Mannschaftsleistung und ein wichtiger Erfolg, dass wir das Spiel mit 3:0 auch in der Deutlichkeit gewinnen konnten.“

Der aktuelle Tabellenstand zeigt, dass das Wochenende nicht nur wegen des eigenen Sieges gut für uns lief, denn Berlin verlor auch beim VCO und Düsseldorf daheim. Wir blieben zwar auf Platz 12, rückten aber näher ans Tabellenmittelfeld heran und vergrößerten den Abstand zum BBSC merklich.

In einer Woche müssen unsere Mädels nun ca. 400 km gen Norden, nämlich nach Stralsund reisen. Gegen die Sparkassen Wildcats Stralsund ist eine Rechnung offen, denn die Mitaufsteigerinnen hatten beim Hinspiel, damals eher etwas überraschend gut aufspielend, drei Punkte aus Markkleeberg entführt (3:1). Inzwischen haben sie sich als sehr starke Aufsteiger gezeigt und daheim sogar den Tabellenführer Vilsbiburg besiegt. Es gab zwar auch ein, zwei „Ausrutscher“, aber ihr vor dem Spiel achter Tabellenplatz mit 11 Punkten Vorsprung auf unsere Volleys ist beachtlich.

Aber mit dem „Aufwind“ der beiden Heimspielsiege zu Jahresbeginn sollte es doch möglich sein, auch am Strelasund den einen oder anderen Punkt zu holen. Die Wildcats waren mit einem klaren Heimsieg und einer ebenso klaren Auswärtsniederlage durchwachsen ins Jahr gestartet, aber in eigener Halle zuletzt sehr erfolgreich, sicher auch wegen der sie antreibenden durchschnittlich 400 Heimspielzuschauer. Aber Im Polster&Pohl-Bus, mit dem unsere Mädels in den hohen Norden fahren werden, sitzen auch wieder einige treue NVM-Fans, die sich immer lautstark gegen das Gastgeberpublikum in Szene setzen. Man darf also gespannt sein, mit welchem Ergebnis die Heimreise angetreten wird.

Insgesamt war das Wochenende für die Neuseenland-Volleyballerinnen sehr erfolgreich. Z.B. gewannen die Reinker Neuseenland-Volleys (Damen 2) ihr Heimspiel (Vorspiel der Damen 1) nach einem „verschenkten“ ersten Satz doch noch klar mit 3:1 gegen Sonneberg. Sie nahmen damit erfolgreich Revanche für die 3:2-Auswärtsniederlage vor Jahreswechsel und verteidigten die Tabellenspitze in der Regionalliga Ost der Frauen. Auch die 1. Männermannschaft gestaltete ihren Heimspieltag erfolgreich, gewann beide Heimspiele am Sonntag mit 3:1 und behauptete so den zweiten Tabellenplatz in der Sachsenliga. Die 3. Männermannschaft gewann ihr Auswärtsspiel bei den LE Volleys IV und blieb an der Tabellenspitze der Bezirksliga Leipzig. So oder wenigstens so ähnlich darf es gern weitergehen!

Abschließend noch eine wichtige Information: Das Auswärtsspiel der Neuseenlandvolleys in Grimma findet am Sonntag, dem 15. März 2026 um 15.00 Uhr in der Muldentalhalle statt, nicht am Samstagabend.

Rainer Leipnitz, Fotos: bw

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