Landkreis Leipzig Journal

Wasser im Klimawandel

GeRI plus: Der Plan für einen stabilen Wasserhaushalt der Zukunft

Tom Leukefeld
Wasser ist für Kommunen zugleich zentrale Ressource und Herausforderung. Grundwasser und Uferfiltrat bilden die Grundlage unserer Wasserversorgung und müssen sorgfältig bewirtschaftet werden. Gleichzeitig sollen Gewässer ökologisch und chemisch einen guten Zustand erreichen. Auch Landwirtschaft, Wälder und Stadtgrün müssen heiße und trockene Sommer möglichst unbeschadet überstehen.
Eine besondere Situation im Landkreis Leipzig ist zudem der Strukturwandel der Bergbaulandschaft: Die letzten Tagebaurestlöcher sollen gefüllt und das Leipziger Neuseenland um seinen größten See, den Pereser See, ergänzt werden.
All diese Entwicklungen werfen eine zentrale Frage auf: Wie lässt sich der Wasserkreislauf in Zukunft stabil und sicher halten? Mit dieser Frage beschäftigen sich Verwaltungen ebenso wie die Forschung. Ein Projekt, das hier neue Ansätze liefert, heißt „GeRI – Gestaltung resilienter Infrastrukturen“.

Forschung für eine widerstandsfähige Wasserlandschaft

Von 2023 bis 2025 widmete sich „GeRI“ intensiv der Ressource Wasser und analysierte die Projektgebiete Partheland und Schleenhain. Im Fokus standen vor allem Risiken durch Trockenperioden und zunehmende Starkregenereignisse.
Aus den Untersuchungen entstand ein Werkzeugkasten mit praktischen Ansätzen für den Umgang mit Wasser im Klimawandel. Interessierte können die Toolbox auf der Website https://geri-lk-leipzig.de herunterladen.
Die Toolbox unterstützt klimaresiliente und „schwammartige“ Landschaften, Siedlungen und Grundstücke. Sie enthält Konzeptkarten, regionale Strategien und zahlreiche Praxisbeispiele. Ergänzt werden diese durch rechtliche Hinweise, Fördermöglichkeiten sowie Leitfäden.

Von der Forschung in die Praxis

Mit dem Anschlussprojekt „GeRI plus“ werden diese Erkenntnisse nun auf den gesamten Landkreis Leipzig übertragen. Die Ergebnisse sollen im Geoportal des Landkreises öffentlich zugänglich sein und Kommunen bei der Planung konkreter Maßnahmen unterstützen. Beratung, Vernetzung und Wissenstransfer spielen dabei eine wichtige Rolle.
Der Bedarf ist groß. In vielen Regionen wird es schwieriger, das Gleichgewicht zwischen zu viel und zu wenig Wasser zu halten. Städte und Regionen weltweit setzen deshalb auf neue Strategien: Regenwasser wird stärker genutzt, versiegelte Flächen werden reduziert und natürliche Wasserkreisläufe wieder gestärkt. Konzepte wie Schwammstädte oder Schwammlandschaften verfolgen genau dieses Ziel.

Impulse für die Kreisentwicklung

Das Projekt ist eng mit dem Kreisentwicklungskonzept (KEK) des Landkreises Leipzig verknüpft und liefert u. a. für den Bereich „Nachhaltige Lebensräume“ wichtige fachliche Grundlagen. Die Projektziele decken sich in vielen Punkten mit den Zielen des KEK zum Schutz der Wasserressourcen und zum Umgang mit Extremwetterereignissen.
Ein Beispiel ist die Idee, Rad- und Wanderwege in ein Netzwerk aus Gewässern, Grünflächen und naturnahen Strukturen einzubetten, die zugleich ökologische und klimatische Funktionen erfüllen. „GeRI plus“ ergänzt diesen Ansatz durch ein Baumkonzept mit klimaangepassten, landschaftstypischen Baumarten sowie Rückhalte- und Versickerungselementen für Regenwasser, die zur Kühlung der Umgebung beitragen können.

Chancen für Kommunen und Bürger

„GeRI plus“ unterstützt auch bei der praktischen Umsetzung von Maßnahmen und der Nutzung von Förderprogrammen. Programme wie „Natürlicher Klimaschutz“ fördern beispielsweise eine wassersensible
Gestaltung von Siedlungsräumen. Dazu gehören unter anderem
• Dach- und Fassadenbegrünungen
• versickerungsfähige Baumscheiben
• Entsiegelungsmaßnahmen
• Regenwasserspielplätze mit Verdunstungs- und Versickerungsflächen

Solche Maßnahmen verbessern den Wasserhaushalt und können zudem auch Straßenräume, Grünanlagen und das Stadtbild aufwerten.
Prinzipien wie entsiegelte Flächen, trockenresistente Pflanzen, die Regenwassernutzung oder kleine Retentionsbereiche lassen sich auch im eigenen Garten umsetzen. Daher können auch Bürgerinnen und Bürger mithelfen, Wasser im Boden zu halten und ein angenehmeres Mikroklima zu schaffen.
Auch viele kleine Maßnahmen können zusammen viel bewirken und dazu beitragen, dass unsere Region besser mit Hitze und Starkregen umgehen kann.

T. Leukefeld (M.Sc.), Technische Universität Dresden, Professur für Landschaftsplanung

Kontakt:
Stabsstelle des Landrates, Wirtschaftsförderung/Kreisentwicklung
E-Mail: isabella.peissker@lk-l.de
Tel.: 03433 241-1057

Previous Post