Bornaer Stadtjournal

Investitionen mit Weitblick

Das BSJ im Gespräch mit BWS-Geschäftsführer Jan Czinkewitz über Projekte 2025 und die nächsten Schritte in diesem Jahr

Die BWS - Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft mbH hat im Jahr 2025 umfangreiche Bau-, Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen umgesetzt. Im Interview spricht Geschäftsführer Jan Czinkewitz (J.C.) über Schwerpunkte des vergangenen Jahres, die Bedeutung der Wohnanlagenbegehungen und die Herausforderungen der kommenden Jahre.

BSJ: Herr Czinkewitz, wenn Sie auf das Jahr 2025 zurückblicken – welche Leitlinien haben die Arbeit der BWS geprägt?
J.C.: Im Mittelpunkt stand erneut die nachhaltige Weiterentwicklung unseres Gebäudebestandes. Als kommunales Wohnungsunternehmen ist es unser Anspruch, den Leerstand weiter zu reduzieren, die Wohnqualität zu erhöhen und gleichzeitig langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Dazu gehören sowohl größere Modernisierungsprojekte als auch viele kleinere, oft weniger sichtbare Maßnahmen.

BSJ: Welche Projekte stechen im Rückblick besonders hervor?
J.C.: Ein zentrales Vorhaben war die Fertigstellung unseres neuen Hauswartstützpunktes in der Sachsenallee. Daneben haben wir Balkonanbauten und Fassadensanierungen in der Thomas-Müntzer-Straße 2-8 sowie in Kesselshain 1d umgesetzt. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Fortführung der Steigstrangsanierungen und dem Austausch veralteter Fernwärmestationen im Wohngebiet „An der Wyhra“.

BSJ: Der neue Hauswartstützpunkt ist seit Frühjahr 2025 in Betrieb. Welche Vorteile bringt dieser Neubau?
J.C.: Der Standort bietet moderne Arbeitsbedingungen und bessere logistische Abläufe für unser Hauswart- und Handwerkerteam. Das wirkt sich direkt auf die tägliche Arbeit aus – etwa durch kürzere Wege, schnellere Reaktionszeiten und eine effizientere Organisation von Instandhaltungsmaßnahmen.

BSJ: Viele Maßnahmen betreffen technische Infrastruktur, etwa Leitungen oder Heiztechnik. Warum investieren Sie hier so konsequent?
J.C.: Diese Arbeiten sind für Mieter oft kaum sichtbar, aber unverzichtbar. Einige Anlagen stammen noch aus den 1990er-Jahren. Durch die Erneuerung steigern wir nicht nur die Betriebssicherheit, sondern verbessern auch die Energieeffizienz und schaffen die Grundlage für zukünftige Modernisierungen.

BSJ: Ein fester Bestandteil der Arbeit sind die jährlichen Wohnanlagenbegehungen. Welche Rolle spielen sie?
J.C.: Die Begehungen ermöglichen uns, Instandhaltungsbedarfe frühzeitig zu erkennen und zu priorisieren. Seit 2016 steht dafür ein eigenes Budget zur Verfügung. Bis heute wurden darüber rund drei Millionen Euro investiert, allein 2025 etwa 117.000 Euro für Maßnahmen an Außenanlagen.
Das Budget für die Wohnanlagenbegehung wurde 2026 auf 500.000 Euro erhöht.

BSJ: Welche Schwerpunkte gab es dabei im vergangenen Jahr?
J.C.: Neben der Sanierung von Wegen, Eingangspodesten und Müllplätzen haben wir gezielt in Begrünung und ökologische Maßnahmen investiert – etwa durch Blühwiesen und Neupflanzungen. Ergänzend kamen gebäudebezogene Maßnahmen wie Treppenhaussanierungen und die Umrüstung von Beleuchtungen auf LED hinzu.

BSJ: Der Blick geht nun nach vorn: Was ist für 2026 geplant?
J.C.: In diesem Jahr setzen wir weitere Modernisierungsmaßnahmen um, unter anderem den Anbau neuer Balkone an unserer Liegenschaft „Am Hochhaus 36–41“. In diesem Zusammenhang wird die gesamte Gebäudefassade farblich neu gestaltet, leerstehende Wohneinheiten sowie die Eingangsbereiche und Treppenhäuser werden saniert, und Briefkasten- sowie Klingelanlagen erneuert. Zudem werden wir in Zusammenarbeit mit der SWB an dieser Liegenschaft ein weiteres Mieterstromprojekt umsetzen.
Auch die sehr kostenintensiven Steigstrangsanierungen werden wir im Wohngebiet „An der Wyhra“ fortführen; weitere Fernwärmestationen im Quartier werden erneuert.
Zudem sollen die Sanierungen der leerstehenden Wohn- und Gewerbeeinheiten in der Gnandorfer Straße 5 sowie in der Kirchstraße 20-24 bis spätestens Mitte April abgeschlossen werden. Der Anbau der Balkone liegt uns dabei besonders am Herzen, da dies ein sehr guter Weg ist, den Leerstand weiter zu minimieren. In allen Objekten, in denen wir in den letzten Jahren investiert haben, konnten wir mittlerweile eine Vollvermietung erreichen.
Auch haben wir im letzten Jahr mit der Instandsetzung der Bruchsteinmauer der ehemaligen „Bergbrauerei“ in der Johan-Sebastian-Bach-Straße begonnen. Dazu wurde der Wild- und Wurzeleinwuchs an der Mauer sowie auf der Bodenplatte des ehemaligen Wohnhauses großflächig entfernt. Der Kellerbereich wurde beräumt und mit einer Beleuchtung ausgestattet. In diesem Jahr werden wir die beschädigte und gerissene Bodenplatte abbrechen und durch eine neue Bodenplatte ersetzen.

BSJ: Und darüber hinaus – welche Herausforderungen sehen Sie für die nächsten Jahre?
J.C.: Viele Gebäude wurden vor zwei bis drei Jahrzehnten grundlegend saniert und kommen nun erneut in eine Phase erhöhten Investitionsbedarfs. Fassaden, Treppenhäuser, Keller und technische Anlagen müssen Schritt für Schritt erneuert werden. Gleichzeitig treiben Themen wie Energieeffizienz und Digitalisierung die Anforderungen weiter nach oben.

BSJ: Was bedeutet das für die Rolle der BWS in Borna?
J.C.: Wir verstehen uns als langfristig handelnder Bestandshalter und aktiver Mitgestalter der Stadtentwicklung. Unser Ziel ist es, bezahlbaren und attraktiven Wohnraum zu sichern – heute und in Zukunft.
Allerdings sehen wir uns nicht nur als Vermieter. Uns ist wichtig, Projekte zu unterstützen, die Menschen zusammenbringen und das Leben in unserer Region aktiv mitgestalten.
Ein Beispiel ist der Internationale Frauenlauf in Borna, der offen für alle Generationen ist und ohne Startgebühren auskommt. Hier geht es nicht um Leistung, sondern um Gemeinschaft, Bewegung und Solidarität – die Spenden fließen in regionale Mädchen- und Frauenprojekte. Die Unterstützung des Frauenlaufes in Borna ist für uns schon zu einer langjährigen Tradition geworden.
Im sportlichen Bereich engagieren wir uns außerdem beim BWS-Radcross auf der Witznitzer Kippe gemeinsam mit dem RSV Borna. Dort können Kinder, Jugendliche und Erwachsene ihr Können auf einem anspruchsvollen Kurs zeigen. Besonders die Nachwuchsrennen liegen uns dabei am Herzen.
Ein weiteres Projekt ist der Winter-Firmencup, welcher vom SV Einheit „Volleyball“ organisiert wird und als gutes Vorbereitungsturnier zu unserem Borna City Beach dient. Dabei treten Unternehmen aus Borna und der Region in einem Volleyball-Hallenturnier gegeneinander an. Der Cup stärkt den Teamgeist innerhalb der Firmen und fördert den Austausch zwischen den Unternehmen – unabhängig von Branche oder Größe.
Der Borna City Beach ist schließlich ein großes Sommerhighlight für die ganze Stadt. Eine Woche lang verbinden sich Sport, Musik, Familienangebote und Veranstaltungen wie das Entenrennen zu einem Treffpunkt für Jung und Alt. Der Erlös des Entenrennens wird immer für soziale Zwecke eingesetzt, wie zum Beispiel im letzten Jahr für die Kita „Marienkäfer“, die dank dieser Spende einen Teil des Kneipp-Tretbeckens zur Gesundheitsförderung der Kinder finanzieren konnte. All diese Projekte zeigen, wie wichtig uns gesellschaftliches Engagement und regionale Verbundenheit sind.

Manuela Krause

Weitere Informationen: www.ihre-bws.de

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